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Petitionsmuster 3
Reptilienbörse |
Arbeitskreis Tier schutz Gütersloh
M E N S C H E N F Ü R
T I E R R E C H T E
An den
Landtag Nordrhein Westfalen
Petitionsausschuss
Postfach 10 11 42
40002 Düsseldorf
Petition
Datum
Sehr geehrter Petitionsausschuss
sehr geehrte Damen und Herren Landtagsabgeordnete,
wir wenden uns mit der Bitte an den Nordrhein-Westfälischen Landtag. Folgende gravierenden Missstände im Umgang mit Wildtieren abzuschaffen.
In den Zentralhallen der Stadt Hamm findet zweimal jährlich im April und September, die Reptilienbörse „Terraristika“ statt. Diese Börse ist nach Angaben der Veranstalter inzwischen zur weltweit größten ihrer Art angewachsen. Hunderte Hobbyhalter und -züchter sowie kommerzielle Händler für Reptilien, Amphibien und Invertebraten nehmen an der Veranstaltung teil. Mehrere tausend Besucher drängen sich in den Räumlichkeiten. Bei Kontrollgängen während der gesamten Ausstehungszeit am 16. September 2000, wie auch bei Veranstaltungen der letzten Jahre, stellten Mitarbeiter von Pro Wildlife eklatante Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und das Artenschutzrecht fest.
Missstände auf der
Reptilienbörse ~,Terraristika‘
Die vom Veranstalter ausgegebene Börsenordnung (s Anlage). die weitestgehend auf den “Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien“ des Bundeslandwirtschaftsministerium (1997) beruht, wurde von der überwiegenden Mehrheit der Anbieter nicht eingehalten. Die Verkaufveranstaltung ist insgesamt von einem erschreckend nachlässigen und z T brutaler Umgang mit Wildtieren geprägt. Die Veranstalter dieser Börse tragen die Verantwortung dafür, dass die Vorschriften der Börsenordnung eingehalten werden. Dieser Pflicht sind sie nach unseren Beobachtungen weder auf den früheren Veranstaltungsterminen noch auf der Börse am 16.9.2000 nachgekommen
Verteilt über zwei Hallen, ein Zelt und einen Hörsaal sowie einem speziellen Giftraum werden Tausende Tiere angeboten, darunter diverse gefährliche Arten. Die zuständigen Vertreter des Umweltamtes der Stadt Hamm und des Veterinäramtes des Kreises Unna waren angesichts des enormen Umfangs der Börse mit der Kontrolle offensichtlich überfordert. Es gelang ihnen nicht, die Einhaltung des Tier- und Artenschutzrechtes wirksam zu ,kontrollieren. Die vom Veranstalter eingesetzten Kontrolleure erwiesen sich ebenfalls als ineffektiv
Eine Mitarbeiterin von uns beobachtete z.B., wie ein Anbieter vom Kontrollpersonal aufgefordert wurde, eine Schlange aus einen viel zu kleinen Verkaufsterrarium zu entfernen. Daraufhin steckte der Anbieter die Schlange in einen Sack, verschloss diesen und legten den Sack samt Schlange zurück in das zu kleine Terrarium, wo das Tier den Rest der Veranstaltung verbrachte Diese Form der kosmetischen Kontrolle ist unserer Meinung nach inakzeptabel.
Wir halten es für dringend geboten, die nachfolgend aufgeführten tier- und artenschutzwidrigen Zustände dieser internationalen Börse so schnell wie möglich zu beseitigen
Mit freundlichen Grüßen
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