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Fachaufsichtsbeschwerde
Beispiel Pferdehaltung |
Arbeitskreis Tier M E N S C H E N F Ü R
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schutz Gütersloh
Bezirksregierung
Detmold
Dezernat
50
Herrn
Dr. Happe
32754 Detmold
Fachaufsichtsbeschwerde
Gütersloh, 00. Juli 2000
Sehr geehrter Herr Dr. Happe,
hiermit reichen wir eine Fachaufsichtbeschwerde gegen das Kreisveterinäramt
Gütersloh, Herrn Dr. 0 ein. Die Fachaufsichtbeschwerde wird durch eine WDR-Videoreportage
vom 30. 06.2003 und Aussagen der Zeugen gestützt.
Die tierschutzwidrigen
Zustände bei der Pferdehaltung des Herrn D L (Gestüt L) werden seit Jahren
durch Bürger beim Kreisveterinäramt Gütersloh angezeigt.
Trotzdem hat sich in den
Jahren kaum etwas für die Tiere verbessert. Erst nachdem die Öffentlichkeit
(das Fernsehen) eingeschaltet wurde, hat Herr Dr. 0 vom Kreisveterinäramt
Gütersloh die Anordnung einer baulichen Änderung der Stallanlage für nötig
empfunden und dem Halter Auflagen gemacht. In den Jahren davor wurde diese
tierquälerische „Stallanlage“ nie beanstandet.
Nach Aussage von Herrn Dr. 0
(Amtsveterinär Gütersloh) führt das Kreisveterinäramt bereits seit 1993 eine
Akte über Herrn L.
Seit ca. 5 Jahren beobachtet
die Zeugin Frau D M die tierquälerischen Vorgänge auf dem Gelände B,straße des Herrn L. Sieben abgemagerte Pferde waren ganzjährig
(Sommer wie Winter)ständig ohne Unterstand im Freien.
Diese zwei Stuten (siehe
Bilddokument Seite 1) standen von ca. Herbst 2002 bis Februar 2003 auf der oben
genannten Weide. Im Februar kamen sie in einen viel zu kleinen Stall
(Bilddokument Seite 2, Bilder Nr. 3 + 4) neben dieser Weide, weil die Umzäunung
vom Verpächter abgerissen wurde. Hier wurden die Stuten ca. fünf Monate
eingeschlossen gehalten. Die Vernachlässigung war besonders bei der Stute
Bilddokument Seite 1 Bild Nr. 1 ausgeprägt. Es gab nicht ausreichend Einstreu
wodurch die Stute stark mit Kot ver-
schmutzt war und sich bereits
Milben großflächig im Fell ausgebreitet hatten. Die Stute Bilddokument Seite 1
Bild Nr. 2 ist aggressiv und beißt.
Die Betriebsstätte und
unserer Kenntnislage nach einzige Stallanlage des Gestüts L befindet sich am Heuweg in Ort. Hier stehen vermutlich weitere sieben Stuten
teilweise mit Fohlen ständig im geschlossenen Stall in zu kleinen Boxen ohne
Auslauf. Nur eine Stute kann durch eine geöffnete Tür den Stall mit ihrem
Fohlen verlassen. Wir vermuten, dass die im Stall befindlichen Stuten nicht
ausreichend versorgt werden.
Herr Lohmann hatte auch vier
Stuten auf einer Weide an der Maidornstraße in Versmold
stehen. Auch auf dieser Weide befindet sich keinerlei Unterstand
(Witterungsschutz) für die Pferde. Am Montag, 25. Mai 2003, kam Frau Geisler an
dieser Weide vorbei und sah, dass kein Wasser in der alten Badewanne, die den
Stuten als Tränke dient, vorhanden war. Da es zu dieser Zeit auch noch sehr
warm war, sah Frau Geisler sich gezwungen, den Pferden sofort zu helfen. Sie
holte sechs Gießkannen mit Wasser für die Pferde. Da diese Menge Wasser nicht
für alle Pferde ausreichte, fuhr sie ein weiteres Mal Wasser holen. Bei einer
Kontrolle am nächsten Tag war wieder kein Wasser in der Wanne. Bei dieser
Kontrolle entdeckte Frau Geisler, dass eine der Stuten ein Halfter trug,
welches sehr eng den Kopf umschloss. Beim näheren Hinsehen erkannte sie, dass
das Halfter am Unterkiefer einzuwachsen begann. Um dem Tier zu helfen öffnete
sie das Halfter am Karabinerhaken und zog es über die Ohren ab. Am Halfter
befanden sich Eiterreste.
Eine Stute der Gruppe macht
einen extrem vernachlässigten Eindruck (Bilddokument Seite 3, Bilder 5 – 7).
Die Vernachlässigung der
Tiere verdeutlicht das beigefügte Videoband vom WDR, am 30. Juni 2003 gesendet.
An der Außenseite des linken Vorderhufs einer braunen Stute, siehe Videoband,
ist ein großes Stück des Hornschuhs nicht mehr vorhanden. Die tragende und
schützende Funktion des Hornschuhs ist somit nicht mehr gegeben. Das
hochempfindliche Innenleben des Hufs ist damit jeglicher mechanischer und
bakterieller Einwirkung ausgesetzt. Bis zum Zeitpunkt der Aufzeichnung durch
den WDR kam es zu keinerlei Behandlung des Hufs. Zu befürchtende Folgen sind
Infektion, Blutvergiftung und der Tod.
Der Halter hat vorsätzlich
durch nicht rechtzeitige Hufpflege bzw. Hinzuziehung eines Tierarztes länger
anhaltende erhebliche Schmerzen und Leiden des Pferdes bis hin zur Hufauflösung
in Kauf genommen
Hintergründe solchen
gewissenlosen „Nichthandelns“ sind häufig leider Gewinnsucht.
Bezeichnender Weise betreffen
solche schweren Vernachlässigungen meist Stuten, aus denen man dann wenigstens
noch ein letztes Fohlen zu ziehen versucht, wenn nötig unter Einsatz von
schmerzbetäubenden Mitteln.
Die vernachlässigte
Versorgung der Pferde, wie in dem beigefügten Videoband vom WDR zu sehen ist,
besteht jetzt schon seit Jahren. Das zuständige Kreisveterinäramt Gütersloh,
Goethestraße 12. 33324 Gütersloh hat nach unserer Auffassung die gesetzlichen
Vorschriften gegenüber Herrn Lohmann über Jahre hin nicht durchgesetzt
Anzeigen beim
Kreisveterinäramt Gütersloh wurden regelmäßig vernachlässigt, die
tierquälerischen Vorkommnisse wurden verharmlost.
Für all diese jahrelangen
Gesetzesübertretungen ist das Kreisveterinäramt Gütersloh verantwortlich, da es
trotz Beschwerden aus der Bevölkerung diese tierquälerischen Verhältnisse über
Jahre mit getragen hat und erst jetzt durch die massive Veröffentlichung des
WDR-Beitrages eine bauliche Änderung der Stallanlage Heuweg
wünscht. Wir sehen hier ein notwendiges Vorgehen gegen das Amt wegen Verstoßes
gegen Art. 20a Grundgesetz.
Herr Dr. Paß
gibt in dem WDR-Interview sogar zu, dass Herr Lohmann immer wieder gegen
Auflagen verstoßen hat. Trotzdem kam es zu keinem konsequenten Vorgehen gehen
Herrn Lohmann, welches eine dauerhafte Verbesserung der Haltungsbedingungen für
die Pferde gebracht hätte.
Bitte halten Sie uns in
diesem Fall auf dem Laufenden.
Mit freundlichen Grüßen
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Zeugin I
Zeugin D
Anlage:
-
Richtlinien zur
Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten
-
Seite 42/43
Fachzeitschrift „Freizeit im Sattel“ 4/2003 mit Hufabbildung
-
Bilddokumente 3
Seiten
-
Videoband vom
WDR-Bericht
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