Fachaufsichtsbeschwerde Beispiel Pferdehaltung

 

 

 

 

Arbeitskreis Tier schutz Gütersloh

M E N S C H E N  F Ü R  T I E R R E C H T E

 

 

Ansprechpartner:

Gerhard Oesterreich

Schwarzwaldweg 15

33332 Gütersloh

 

Fon u. Fax:.05241/48429

Email :gerhard.oesterreich@gtelnet.net

 

Horst Hoffmann

Fon: 05241/48780

 
 

 

 

 

 

 


Bezirksregierung Detmold

Dezernat 50

Herrn Dr. Happe

 

32754  Detmold

 

 

 

 

Fachaufsichtsbeschwerde

 

 

Gütersloh, 00. Juli 2000

Sehr geehrter Herr Dr. Happe,

 

hiermit reichen wir eine Fachaufsichtbeschwerde gegen das Kreisveterinäramt Gütersloh, Herrn Dr. 0  ein. Die Fachaufsichtbeschwerde wird durch eine WDR-Videoreportage vom 30. 06.2003 und Aussagen der Zeugen gestützt.

 

Die tierschutzwidrigen Zustände bei der Pferdehaltung des Herrn D L (Gestüt L) werden seit Jahren durch Bürger beim Kreisveterinäramt Gütersloh angezeigt.

Trotzdem hat sich in den Jahren kaum etwas für die Tiere verbessert. Erst nachdem die Öffentlichkeit (das Fernsehen) eingeschaltet wurde, hat Herr Dr. 0 vom Kreisveterinäramt Gütersloh die Anordnung einer baulichen Änderung der Stallanlage für nötig empfunden und dem Halter Auflagen gemacht. In den Jahren davor wurde diese tierquälerische „Stallanlage“ nie beanstandet.

 

Nach Aussage von Herrn Dr. 0 (Amtsveterinär Gütersloh) führt das Kreisveterinäramt bereits seit 1993 eine Akte über Herrn L.

 

Seit ca. 5 Jahren beobachtet die Zeugin Frau D M die tierquälerischen Vorgänge auf dem Gelände B,straße des Herrn L. Sieben abgemagerte Pferde waren ganzjährig (Sommer wie Winter)ständig ohne Unterstand im Freien.

 

Diese zwei Stuten (siehe Bilddokument Seite 1) standen von ca. Herbst 2002 bis Februar 2003 auf der oben genannten Weide. Im Februar kamen sie in einen viel zu kleinen Stall (Bilddokument Seite 2, Bilder Nr. 3 + 4) neben dieser Weide, weil die Umzäunung vom Verpächter abgerissen wurde. Hier wurden die Stuten ca. fünf Monate eingeschlossen gehalten. Die Vernachlässigung war besonders bei der Stute Bilddokument Seite 1 Bild Nr. 1 ausgeprägt. Es gab nicht ausreichend Einstreu wodurch die Stute stark mit Kot ver-

schmutzt war und sich bereits Milben großflächig im Fell ausgebreitet hatten. Die Stute Bilddokument Seite 1 Bild Nr. 2 ist aggressiv und beißt.

 

Die Betriebsstätte und unserer Kenntnislage nach einzige Stallanlage des Gestüts L befindet sich am Heuweg in Ort. Hier stehen vermutlich weitere sieben Stuten teilweise mit Fohlen ständig im geschlossenen Stall in zu kleinen Boxen ohne Auslauf. Nur eine Stute kann durch eine geöffnete Tür den Stall mit ihrem Fohlen verlassen. Wir vermuten, dass die im Stall befindlichen Stuten nicht ausreichend versorgt werden.

 

Herr Lohmann hatte auch vier Stuten auf einer Weide an der Maidornstraße in Versmold stehen. Auch auf dieser Weide befindet sich keinerlei Unterstand (Witterungsschutz) für die Pferde. Am Montag, 25. Mai 2003, kam Frau Geisler an dieser Weide vorbei und sah, dass kein Wasser in der alten Badewanne, die den Stuten als Tränke dient, vorhanden war. Da es zu dieser Zeit auch noch sehr warm war, sah Frau Geisler sich gezwungen, den Pferden sofort zu helfen. Sie holte sechs Gießkannen mit Wasser für die Pferde. Da diese Menge Wasser nicht für alle Pferde ausreichte, fuhr sie ein weiteres Mal Wasser holen. Bei einer Kontrolle am nächsten Tag war wieder kein Wasser in der Wanne. Bei dieser Kontrolle entdeckte Frau Geisler, dass eine der Stuten ein Halfter trug, welches sehr eng den Kopf umschloss. Beim näheren Hinsehen erkannte sie, dass das Halfter am Unterkiefer einzuwachsen begann. Um dem Tier zu helfen öffnete sie das Halfter am Karabinerhaken und zog es über die Ohren ab. Am Halfter befanden sich Eiterreste.

Eine Stute der Gruppe macht einen extrem vernachlässigten Eindruck (Bilddokument Seite 3, Bilder 5 – 7).

 

Die Vernachlässigung der Tiere verdeutlicht das beigefügte Videoband vom WDR, am 30. Juni 2003 gesendet. An der Außenseite des linken Vorderhufs einer braunen Stute, siehe Videoband, ist ein großes Stück des Hornschuhs nicht mehr vorhanden. Die tragende und schützende Funktion des Hornschuhs ist somit nicht mehr gegeben. Das hochempfindliche Innenleben des Hufs ist damit jeglicher mechanischer und bakterieller Einwirkung ausgesetzt. Bis zum Zeitpunkt der Aufzeichnung durch den WDR kam es zu keinerlei Behandlung des Hufs. Zu befürchtende Folgen sind Infektion, Blutvergiftung und der Tod.

 

Der Halter hat vorsätzlich durch nicht rechtzeitige Hufpflege bzw. Hinzuziehung eines Tierarztes länger anhaltende erhebliche Schmerzen und Leiden des Pferdes bis hin zur Hufauflösung in Kauf genommen

 

Hintergründe solchen gewissenlosen „Nichthandelns“ sind häufig leider Gewinnsucht.

Bezeichnender Weise betreffen solche schweren Vernachlässigungen meist Stuten, aus denen man dann wenigstens noch ein letztes Fohlen zu ziehen versucht, wenn nötig unter Einsatz von schmerzbetäubenden Mitteln.

 

Die vernachlässigte Versorgung der Pferde, wie in dem beigefügten Videoband vom WDR zu sehen ist, besteht jetzt schon seit Jahren. Das zuständige Kreisveterinäramt Gütersloh, Goethestraße 12. 33324 Gütersloh hat nach unserer Auffassung die gesetzlichen Vorschriften gegenüber Herrn Lohmann über Jahre hin nicht durchgesetzt

 

Anzeigen beim Kreisveterinäramt Gütersloh wurden regelmäßig vernachlässigt, die tierquälerischen Vorkommnisse wurden verharmlost.

 

Für all diese jahrelangen Gesetzesübertretungen ist das Kreisveterinäramt Gütersloh verantwortlich, da es trotz Beschwerden aus der Bevölkerung diese tierquälerischen Verhältnisse über Jahre mit getragen hat und erst jetzt durch die massive Veröffentlichung des WDR-Beitrages eine bauliche Änderung der Stallanlage Heuweg wünscht. Wir sehen hier ein notwendiges Vorgehen gegen das Amt wegen Verstoßes gegen Art. 20a Grundgesetz.

 

Herr Dr. Paß gibt in dem WDR-Interview sogar zu, dass Herr Lohmann immer wieder gegen Auflagen verstoßen hat. Trotzdem kam es zu keinem konsequenten Vorgehen gehen Herrn Lohmann, welches eine dauerhafte Verbesserung der Haltungsbedingungen für die Pferde gebracht hätte.

 

Bitte halten Sie uns in diesem Fall auf dem Laufenden.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

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Gerhard Oesterreich                                                Horst Hoffmann

 

 

 

 

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Zeugin I                                                                  Zeugin D

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlage:

-          Richtlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten

-          Seite 42/43 Fachzeitschrift „Freizeit im Sattel“ 4/2003 mit Hufabbildung

-          Bilddokumente 3 Seiten

-          Videoband vom WDR-Bericht

 

 

 

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